Samstag, 30. Mai 2015

Mai - vorbei

Die letzten Tage im Mai - ich bin schon 4 Wochen hier und habe seit drei Wochen nichts mehr geschrieben. Ich war mit leben in Echtzeit beschäftigt und zwar 24/7 und wisst ihr wie sich das anfühlt - einfach total richtig!
Ich hatte ganz vergessen, das es möglich ist in drei Wochen soviele Eindrücke, Erlebnisse und neue Menschen zu packen. Und das ohne eine Sekunde Fernsehen….
Heute morgen stand ich in der Küche an der Spüle und habe raus geschaut (siehe Foto), wenn mir vor 4 Wochen jemand gesagt hätte das ich diesen Anblick einmal schätzen würde - weil er so normal und nicht wirklich schön ist - hätte ich gesagt: Du spinnst!
Aber heute morgen habe ich bemerkt, dass ich die Strassenlaterne mit dem wackeligen Beleuchtungsköper, das braune abblätternde Holzhaus mit dem grauen Eternitdach, den weißen Bungalow mit den Löchern in der Wand und die sandigen, verlotternden Vorgärten - einfach liebe!
Da wusste ich, ich bin angekommen - bei mir und in der Gaza Street. So nennen wir „unsere“ Strasse, weil im Anschluss an die eben beschriebenen Häuschen,  kommt noch der große weisse, verrammelte Klotz mit dem rostigen Dachgeländer und dem zugemauerten Graffiti-Anbau. Der Rest ist auch nicht viel besser und das Haus von Vitor (meinem Vermieter) glänzt durch Unscheinbarkeit. Alles in allem sicher die unattraktivste Strasse der Insel und deshalb liebe ich sie so. Weil ich bei all den tollen Ausblicken, Landschaften, Naturphänomenen, Sonnenauf- und Untergängen, Sternenhimmel, Lichtstimmungen, idyllischen Fotomotiven und und und ich etwas brauche, das einfach NORMAL ist. Bisschen hässlich, aber liebenswert und vor allem - vertraut.

Und was wirklich bemerkenswert ist, Snoop geht es genau so - also was das Gefühl des Vertrautseins betrifft. Mittlerweile weiss er ziemlich sicher ob ich rechts Richtung Meer, Assosaciao oder Mülltonne gehe oder ob es links herum zur Fähre, Lagune oder zum Pier geht. Außerdem weiß er welche Katze sicher Reißaus nimmt oder sich gemächlich auf die Mauer setzt und welche sich ihm todesmutig entgegenstellt, zu doppelter Größe aufgeplustert noch immer winzig klein ist, sich aber eher auf ihn stürzen als weichen würde. Also weicht er……..gut gemacht, kleine Katze!
Überhaupt Snoop, der genießt das Leben mit allen Sinnen. Sonne und Sand sind schonmal klasse, da kann man sich herrlich drin aalen. Wasser war ja noch nie seins, aber wenn es richtig warm ist hat es doch seine Vorteile. Also bis zum Bauch kann der Herr Snoop da jetzt schonmal rein gehen. Auf der Lagunenseite, wo es ruhig ist, versteht sich. Ansonsten sehr beliebt sich zwischen die Steine zu quetschen, dass ich überhaupt nicht weiß wo er ist. Oder auch ein tiefes tiefes Loch buddeln, am besten so das aller Sand in meine Tasche oder wahlweise auf mein Handtuch fliegt, und sich da hinein rollen. Und er liebt…. Muscheln. Am liebsten die winzig kleinen Vongole, die so mühsam zu suchen sind, pro Handvoll eine Stunde wühlen im Sand, die liebt der Herr. Fein ausgepuhlt und Müschelchen für Müschelchen dargereicht bekommen.

Upps, vom Thema abgeschweift - ja, was ist passiert im Mai.
Ich habe viele verschiedene, interessante Menschen unterschiedlichsten Alters und Herkunft kennen gelernt. Aus Portugal, Spanien, Schweiz, Pakistan, Indien, Großbritannien, Deutschland und Tschechoslowakei. Alter von 20 bis 70 so grob geschätzt. Alle liebenswert und manche werden mich sicher länger begleiten und Freunde werden, während die anderen mir in guter Erinnerung bleiben werden.
Ich habe eine wenig von Portugal gesehen, jedenfalls den Teil, der an den Strassen Richtung Coimbra liegt und es hat mir sehr, sehr gut gefallen u.a. auch weil es so vielfältig ist. Im Norden hohe Berge und Eukalyptuswälder, davor mildes Hügelland mit Obst und Weinanbau, direkt hinter der Algarve das Alentejo - sehr einsam und endlose Weite mit Korkeichen und Olivenbäumen. Die Städte dort , Batalha hat mit ausnehmend gut gefallen, in Porto de Mos war das Kastell eindrucksvoll, aber insgesamt der Ort uninteressant. Setubal würde sich sicher noch einmal lohnen genauer entdeckt zu werden. Von der Algarve selbst habe ich immer noch nicht viel gesehen, immerhin Fuseta ein eigentlich nettes, aber etwas seelenlos wirkendes Örtchen am Anfang der Ria Formosa. Quarteira, der nächstgelegene Hochhausbunker-am-Strand-Ort aus Richtung Flughafen Faro. Den Strand von Faro, der eigentlich auch wie meine Insel ist, aber durch eine einspurige Brücke mit dem Festland verbunden und dadurch direkt jeden Reizes beraubt. Einfach nur ein langer Strand mit entsprechender Infrastruktur und zu wenigen Parkplätzen.
Zum Schluß Olhao - mein Bezugsort auf dem Kontinent (wie es ein Bekannter ausdrückt) - ein recht gut funktionierendes Städtchen mit Fischerei, Hafen, Fischmarkthalle, Gemüsemarkthalle, sehr hübsche Altstadt mit viel Flair, schöner Park am Hafen und Seepromenade. Eine nette Avenida mit Geschäften und das übliche Umfeld aus Neubauten, Supermärkten, Lidl und Aldi, ShoppingCenter etc. - allerdings in überschaubarer Ausdehnung.
Seit gestern weiß ich das in Olhao seit 16 Jahren ein englischer Gentleman und Maler lebt, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat die Altstadt zu retten. Er hat sein gesamtes Vermögen geopfert um soviel Häuser wie möglich zu kaufen und wieder herzustellen. Er möchte damit anderen Künstlern und Kunstliebhabern ein Zentrum des Austauschs bieten und das Flair dieser bezaubernden, kleinen Stadt retten.
Sein Name ist Piers de Lazlo und er hat die „Crumbling Foundation“gegründet um diese Vision zu unterstützen. Ich möchte ihn gerne kennenlernen.












Donnerstag, 7. Mai 2015

Portugal - my life - minha vida : FAROL 1. bis 7. Mai

Portugal - my life - minha vida : FAROL 1. bis 7. Mai: Der erste Eindruck der Stille bei meiner Ankunft am Pier hat sich relativiert - zum Guten. Es gibt durchaus Leben und Nachbarn in Farol un...

FAROL 1. + 2. Mai


Der erste Eindruck der Stille bei meiner Ankunft am Pier hat sich relativiert - zum Guten.
Es gibt durchaus Leben und Nachbarn in Farol und ich bin froh darüber.
Zwei Restaurants, ein gehobenes und eins von der Associacao do Farol (Sport- und Bürgerverein), die auch gleichzeitig einen Kiosk, eine Bar, den Minimarkt und eben den Sportplatz betreiben.
Drei Bars direkt am Fähranleger und zwei Strandbars, wobei die Zweite allerdings nur Juni-September geöffnet ist.
Für die maximal ca. 100 ständigen Bewohner viel zu viel. Allerdings sind die Inseln/ Sandbänke auch der einzige Hausstrand für die Bewohner von Faro/Olhao und Umgebung - daher gibt es mit den zur Zeit viermal täglich fahrenden Fähren Strandbesucher und Gäste. Ich nehme mal an jetzt am langen schönen Wochenende mehr wie unter der Woche und die offizielle Saison startet auch erst am 1. Juni - dann auch mit etwas mehr Fähren.
Der Minimarkt verkauft das absolut Notwendigste wie Wasser und Bier bzw. Dinge die wohl klassisch vergessen werden, aber wirklich einkaufen kann ich dort nicht. Vor allem gibt es KEIN Hundefutter. Das werde ich mir in Olhao besorgen müssen. Leider sind die Fahrzeiten ab Farol nach Olhao extrem blöd. 07:30 / 12:45 / 16:00 und zurück um 11:00 / 15:00 / 18:30. Also habe ich entweder nur 1 1/2 Stunden oder eben viel zu lange, wenn ich nur einkaufen möchte. Na ja, ausprobieren….der erste Eindruck von Olhao war doch sehr nett! Montag werde ich mal hinfahren.

Merkt ihr, das ich um den heißen Brei herum schreibe? Als wir (Vitor, mein Vermieter und ich) um ca. 21 Uhr endlich mit Sack und Pack und Snoop am Haus angekommen waren, gab es nämlich eine Überraschung. Vitor zeigte mir das Haus - an dem er seit November arbeitet - und eröffnete mir dann, dass das Studio, das er für mich reserviert hatte jetzt über das lange Wochenende vermietet sei. Da er über die Vermietung Geld zur weiteren Reparatur und Sanierung generieren möchte und ich ja einen Special-Preis für längeren Aufenthalt plus Mithilfe ausgehandelt hatte, war er jetzt in der Zwickmühle. Es gibt zur Zeit drei Wohnmöglichkeiten 1 große Wohnung mit 3 Zimmern, das kleine bereits fertige Studio und ein Zimmer ohne Küche mit Bad.
Jetzt wohne ich also, wenn er denn hier ist mit Vitor in einer Wohngemeinschaft - lustig! Allerdings ist auch nicht immer hier, sondern arbeitet hauptsächlich in Lissabon. Und ich werde den Laden hier jetzt ein bissel betreuen und helfen - so eine Art Aufenthalt gegen Mithilfe. Ist mir mehr als recht, denn ich muss mir meine Finanzen durchaus einteilen. Sonst heißt es Abschied nehmen, weil Geld ausgegangen. Das möchte ich vermeiden. Leider hat sich mein potentieller Arbeitgeber, den ich in D schon gefunden hatte und der durchaus sehr interessiert war, bisher nicht mehr gemeldet. Aber kann ja noch werden….


Der erste Tag FREITAG beginnt vielversprechend! Mit Snoop aus der Tür und nach ca. 50m am Atlantik - Strand ohne Ende! Ist das schön!
Snoop kann sein Glück auch nicht fassen und springt rechts und links und hin und her und ist schier aus dem Häuschen. Das er Sand liebt wußte ich schon aus Köln (Rheinstrand). Nur das Wasser schmeckt ihm eindeutig nicht und auch herrscht ein totaler Stöckchen-Mangel. Da muss ich mir noch was einfallen lassen ;-)



Der Rest des Tages vergeht im Flug mit einziehen, besprechen, schreiben und am Nachmittag bekomme ich Besuch von meinen lieben Freunden Dora und Matthias, die mich gestern schon so herzlich empfangen und unterstützt haben. Wir machen einen entspannten Strandspaziergang und tauschen erste Erkenntnisse aus. Zwischendurch klingelt mein Telefon denn auch Tochter und Freunde in Köln wollen wissen, ob alles ok ist. By the way - Handy und Internet funktionieren einwandfrei - selbst hier im „Paradies“ und deutlich besser, wie in manchen Gegenden Deutschlands.

Am Abend fahren alle Tagestouristen, meine Freunde, mein Vermieter mehr oder weniger zusammen wieder auf’s Festland und ich bin zum ersten Mal alleine.

Weit gefehlt - kaum zurück am Haus begegne ich dem jungen Paar mit Baby Benjamin und der Großmutter, die das Studio über das WE gemietet haben. Wir hatten uns begrüßt, aber dann ging jeder seiner Wege. Jetzt wird, wie übrigens andauernd auf der Insel, Snoop gehörig bewundert und gestreichelt und ich werde zum Essen eingeladen. Es wird ein lustiger Abend - alle sprechen recht gut englisch doch im Lauf des Abends gehen wir auf portugiesisch über. Das heißt, ich verstehe besonders Maria (die Schwiegermutter/Mutter) sehr gut und versuche mein italienisch-spanisch recht portugiesisch auszusprechen. Geht! Später wird es empfindlich kalt und wir gehen noch auf einen Kaffee ins Restaurant um die Ecke. Dort kommen weitere Bekannte des jungen Paares dazu, ein Geburtstag wird gefeiert und als ich gegen Mitternacht „nach Hause“ gehe, geht es dort noch fröhlich weiter.
Heute, SAMSTAG, wollte ich zum Markt nach Olhao - mit der Fähre versteht sich. 7:40 Uhr werde ich wach und habe die erste Fahrt verpasst. Ok, 12:45 geht ja die Nächste. Die habe ich dann auch verpasst, weil es mit Snoop Spaziergang - heute auf dem Pier - Kaffee trinken, aufräumen, Fenster putzen und diversen Nachbarn versichern das Vitor auf dem Festland ist, ganz plötzlich 12:35 Uhr sind und ich überhaupt noch nicht landfein. Das wird also heute nichts mehr! Gehe ich also in den Minimarkt und hole mir 2 Tomaten und drei Orangen. Verhungern werde ich sicher nicht ;-)

Ein Kaffee mit den netten Gästen, den Blog schreiben - schon sind es 17 Uhr und ich geh’ jetzt mal raus in die Sonne! Xau!

Die Sensationen des SONNTAGS werden Insel-überschaubar, Kaffe trinken und gucken was es Neues zu Hause gibt - nichts;
Dann will ich duschen, aber das Gas ist leer. Muss ich Vitor anrufen, der erklärt mir wo die Gasflasche steht. Das anschließen der neuen Flasche ist eigentlich einfach, aber für den letzten Klick braucht es doch Kraft. Der nette ältere Herr von nebenan sieht mein Mühen und hilft schnell und freundlich. Jetzt noch 20 Minuten mit dem Boiler kämpfen, dann kann ich endlich duschen.
Da heute das Wetter bedeckt ist, starte ich den Versuch mit dem Fahrrad in den 4 km entfernten Nachbarort Culatra zu radeln.
Aber alle Versuche in diese Richtung scheitern an dem Umstand, das es nur tiefe Sandpisten gibt. Da versinke ich direkt - also Culatra by bike geht nicht. Am Nachmittag ein letzter Plausch mit Maria, wir tauschen Visitenkarten mit der Einladung mich bei ihr in Lissabon zu melden.
Dann gibt es noch einen großen Teller Grillfleisch für mich und plötzlich ist die Insel leer. Wochenende vorbei, alle weg!
Im Fernsehen läuft ein guter amerikanischer Film im Original, mit portug. Untertiteln. Prima!
Und dann meldet sich per Telefon noch eine nette Leserin meines Blogs, die allerdings morgen, nach 12 Wochen an der Algarve, wieder nach D fliegt.

Am MONTAG ist deutsches Wetter. Grau, kühl, ungemütlich - tiefe Wolken, aber noch kein Regen. Ich muss dringend auf’s Festland endlich mal einkaufen und schaffe gerade so die frühe Fähre um 7:30 Uhr. Ich saß nur im falschen Boot ;-)
Gottseidank waren die Fährleute aufmerksam und klären mich auf, dass das allererste Boot die Fähre für die Kinder zur Schule in Faro sei.
5 Minuten später kommt das richtige Boot, das mich dann auch in 40 Minuten nach Olhao bringt. Ein nettes Eiskaffe an der Markthalle lädt zum Frühstück mit Milchkaffee und Croissant ein. Sehr lecker und für 2,30 € auch nicht teuer.
Jetzt will ich endlich in die Markthalle - muss Snoop nur noch ins Auto bringen, aber der kann auf einmal nicht mehr laufen und hat offenbar ein Problem mit seiner rechten Vorderpfote. 15kg Hund zum ca. 200m entfernten Auto schleppen - nicht lustig! Auch eine genaue Examination bringt kein Ergebnis, was jetzt mit der Pfote los ist. Also geh’ ich erstmal einkaufen und Snoop kann es sich im Auto gemütlich machen. 
Die Markthalle sind eigentlich zwei. Die erste ein Obst-Gemüse-Käse Paradies. In einer Ecke ist sogar ein kleiner Metzger. Die zweite ist ausschließlich für Fisch und Muscheln und diese so frisch, dass es fast nicht riecht. Aber Fisch kann ich leider nicht kaufen, da ich ja noch ein paar Stündchen mit dem Smart unterwegs sein werde.
Zurück am Auto, stelle ich fest, dass ich mit meiner ersten Diagnose von Snoops Pfote „vertreten“ falsch lag. Er hat sie obendrauf ganz nass geleckt und jetzt sehe ich auch, dass da etwas drinsteckt. Ich ziehe einen fast 3cm langen Holzsplitter raus. Autsch! Toll, das alle Desinfektionsmittel auf der Insel sind. Also suche und finde ich, dank Internet, eine moderne Tierklinik, wo ich ein Desinfektionsspray kaufen kann. Leider sehr teuer! Egal - das muss jetzt sein!
Da es schon fast Mittag ist und ich um 14 Uhr in Val de Lobo mit Marita verabredet bin, mache ich mich auf den Weg. Marita habe ich über Facebook kennen gelernt und da sie schon länger hier vor Ort unterwegs ist, bringe ich ihr ein paar Sachen aus Deutschland mit, die hier teurer sind. Die Gruppen „Deutsche in Portugal“, Wir sind ausgewandert nach… und Portugalforum funktionieren wirklich gut und werden vernünftig moderiert. Das macht sich positiv bemerkbar. Ich danke allen herzlich für ihr interessiertes und nettes Feedback.
Das Wetter ist zu schlecht um in Faro Station zu machen. Aber ein kurzer Stopp bei Lidl muss noch sein. Ich brauche Hundefutter und Wasser. Und jetzt geht es nach Val de Lobo.
Val de Lobo ist eine futuristische Gegend - ein Superreichen-Golf-Tennisplatz-Villen-Ghetto. Unglaublich! Sieht nach Kalifornien aus. Am  dortigenSupermarkt treffe ich auf Marita mit ihrem Wohnmobil. Mittlerweile hat es angefangen zu regnen und auf mich zu kommt eine wahnsinnig quirlige, sehr symphatische und sonnige Dame. Wir verstehen uns von der ersten Sekunde an blendend und sitzen in ihrem Wohnmobil und quatschen, als ob wir uns schon immer kennen würden. Herrlich!
Um 16 Uhr habe ich einen Termin in einer Super-Luxus-Strandbar mit dem Manager. Er hatte mich angeschrieben, ob ich die Webseite gestalten und das Net-Marketing machen könne. Nettes Treffen, aber er hat keine Zugangsdaten und wir kommen überein, dass er mir die in den nächsten Tagen zukommen lässt. Dann könnte ich loslegen!
Nach dem Termin ist auch Snoop in Marita verliebt und wir beschließen spontan gemeinsam nach Olhao zu fahren. Dort will sie einen Stellplatz für das Wohnmobil suchen und am nächsten Tag auf die Insel kommen; jedenfalls wenn das Wetter besser wird.
18:30 Uhr mit großer Tasche und Rucksack, alles voller Einkäufe, geht es zurück nach Farol.

DIENSTAG scheint die Sonne, der Himmel ist wieder blau. Ich putze die Appartments, mache die Wäsche und werde kurz vor Maritas Ankunft um 11.30 Uhr fertig. Es ist schon etwas besonderes seine Gäste am Fähranleger abzuholen. Bei Sonne ist die Insel einfach unwiderstehlich!
Marita ist entsprechend beeindruckt und wir haben richtig Spass - wie die Teenager! Es wird gequasselt und gelacht und Blödsinn gemacht und die Zeit verfliegt. Abends kündigt mein Vermieter noch einen weiteren Gast an. Juan, ein in Estoril lebender Spanier.
Wir treffen ihn abends im Restaurant und er setzt sich zu uns und erzählt - auf spanisch! gerade hatte ich mich etwas an die portugiesische Aussprache gewöhnt, da muss ich schon wieder wechseln und natürlich auch hin und her übersetzen. Denn Marita spricht Deutsch und etwas portugues. Egal, es wird ein lustiger Abend und der rote Vollmond bringt uns drei mit seinem hellen Schein gut nach Hause. Der Fisch im Restaurant war grandios und die Kartöffelchen (gekocht) eine echte Geschmackssensation, fällt mir da noch ein…..




MITTWOCH ist ein strahlender, funkelnder Tag! Tatsächlich ist jeden Tag en anderes Licht - jedenfalls bisher.
Ich gehe zu unserem Mini-Mercado in der Hoffnung frisches Brot zu bekommen und tatsächlich, ein bisschen liegt in der Vitrine.
Aber leider nicht für mich. Als ich zahlen möchte erklärt mir die freundliche Verkäuferin, das es frisches Brot nur auf Vorbestellung gibt. Mmmh, was nun? Kein Problem - sie kommt mit einem tiefgefrorenen kleinen Brot und erklärt das müsse nur 15 Minuten in den Backofen, dann sei es wie frisch. OK, dann so….
Als ich Brot und Milch zahlen möchte stellt sich heraus, dass ich nicht genug Kleingeld habe und sie meinen Schein nicht wechseln können. Egal, soll ich später irgendwann zahlen heisst es. Finde ich sehr nett! Jetzt ist mein Brot verschwunden - das gibt es doch nicht! Wo ist jetzt das Brot? Auf meine Nachfrage erklärt man mir, das sei jetzt im Backofen. Damit hatte ich natürlich gar nicht gerechnet, sondern gedacht, ich solle es zu Hause aufbacken. Freundlich und unkompliziert….so begegnen mir die Menschen hier immer wieder.
Mittags als ich meine „Schulden“ begleichen möchte, hatten sie völlig vergessen, dass ich überhaupt welche habe…..;-)
Nach dem Frühstück geht es an den Strand, wir machen einen langen Spaziergang. Mittags machen wir einen leckeren Trempo-Salat.
Am Nachmittag ist Siesta angesagt und abends wieder in „unser“ Restaurant. Diesmal nehme ich eine gemischte Fleischplatte für 8 Euro.
Ebenfalls sehr lecker und eigentlich genug für zwei. Snoop freut sich…….



DONNERSTAG treffen wir auf unserem Weg an den Strand auf Juan, der uns mit schmerzverzerrtem Gesicht entgegen stolpert und über wahnsinnige Schmerzen klagt. Nierenkoliken! Marita geht mit ihm zum Haus und leistet erste Hilfe mit Wärmflasche, während ich zum Mini-Mercado renne und versuche dort Schmerzmittel zu kaufen. Leider sind im Moment keine vorrätig, aber ich erfahre, dass wir unter 112 die Ambulanz rufen können, die dann mit dem Boot kommt.
Das machen wir dann auch und zwanzig Minuten später wird Juan abgeholt und ins nächste Krankenhaus nach Olhao gebracht.
SO, jetzt zurück zum Strand und zur Strandbar MirAmais    



Marita in die Sonne und ich an den Computer, damit ihr endlich mal wieder was zu lesen bekommt.