Portugal - my life - minha vida
Wie der Entschluß nach Portugal zu ziehen mein Leben änderte. How the decision to move to Portugal changed my life. Como a decisão de avançar para Portugal mudou a minha vida.
Freitag, 23. März 2018
FAROL - 1.und 2. Mai 2015
Wie ihr bereits gelesen habt (es tut gut zu wissen, das es euch gibt) bin ich jetzt am physischen Ziel meiner Reise!
Daher werde ich jetzt nicht mehr ausschließlich chronologisch berichten - Zeit spielt hier wirklich keine Rolle mehr - sondern versuchen euch einen Eindruck zu vermitteln, wie meine neue Umgebung, die Menschen, das Leben allgemein und der Aufenthalt hier sich gestaltet.
Ich habe noch keinen genauen Plan und weiß nicht, wie sich das lesen wird! Ich hoffe sehr, dass es unterhaltsam und manchmal spannend wird, es soll jeden Fall zur Nachahmung anregen.
Jeder hat „seine Insel“ - es gilt sie nur zu entdecken!
Der erste Eindruck der Stille bei meiner Ankunft am Pier hat sich relativiert - zum Guten.
Es gibt durchaus Leben und Nachbarn in Farol und ich bin froh darüber.
Zwei Restaurants, ein gehobenes und eins von der Associacao do Farol (Sport- und Bürgerverein), die auch gleichzeitig einen Kiosk, eine Bar, den Minimarkt und eben den Sportplatz betreiben.
Drei Bars direkt am Fähranleger und zwei Strandbars, wobei die Zweite allerdings nur Juni bis September geöffnet ist.
Für die maximal ca. 100 ständigen Bewohner viel zu viel. Allerdings sind die Inseln/ Sandbänke auch der einzige Hausstrand für die Bewohner von Faro/Olhao und Umgebung - daher gibt es, mit den zur Zeit viermal täglich fahrenden Fähren, Strandbesucher und Gäste. Ich nehme an, jetzt am langen schönen Wochenende mehr wie unter der Woche und die offizielle Saison startet erst am 1. Juni - dann auch mit mehr Fähren pro Tag.
Der Minimarkt verkauft das absolut Notwendigste wie Wasser und Bier bzw. Dinge die wohl klassisch vergessen werden, aber wirklich einkaufen kann ich dort nicht. Vor allem gibt es KEIN Hundefutter. Das werde ich mir in Olhao besorgen müssen. Leider sind die Fahrzeiten ab Farol nach Olhao extrem blöd. 07:30 / 12:45 / 16:00 und zurück um 11:00 / 15:00 / 18:30. Also habe ich entweder nur 1 1/2 Stunden oder eben viel zu lange, wenn ich nur einkaufen möchte. Na ja, ausprobieren….der erste Eindruck von Olhao war doch sehr nett! Montag werde ich mal übersetzen.
Merkt ihr, das ich um den heißen Brei herum schreibe? Als wir (Vitor, mein Vermieter und ich) um ca. 21 Uhr endlich mit Sack und Pack und Snoop am Haus angekommen waren, gab es nämlich eine Überraschung. Vitor zeigte mir das Haus - an dem er seit November arbeitet - und eröffnete mir dann, dass das Studio, das er für mich reserviert hatte, jetzt über das lange Wochenende vermietet sei. Da er über die Vermietung Geld zur weiteren Reparatur und Sanierung generieren möchte und ich ja einen Spezial-Preis für längeren Aufenthalt plus Mithilfe ausgehandelt hatte, war er jetzt in der Zwickmühle. Es gibt zur Zeit drei Wohnmöglichkeiten 1 große Wohnung mit 3 Zimmern, das kleine bereits fertige Studio und ein Zimmer ohne Küche mit Bad.
Jetzt wohne ich also, wenn er denn hier ist, mit Vitor in einer Wohngemeinschaft - lustig! Allerdings ist auch nicht immer hier, sondern arbeitet hauptsächlich in Lissabon. Und ich werde das Haus hier jetzt betreuen und helfen - so eine Art Aufenthalt gegen Mithilfe. Ist mir mehr als recht, denn ich muss mir meine Finanzen durchaus einteilen. Sonst heißt es Abschied nehmen, weil Geld ausgegangen. Das möchte ich vermeiden. Leider hat sich mein potentieller Arbeitgeber, den ich in D schon gefunden hatte und der durchaus sehr interessiert war, bisher nicht mehr gemeldet. Aber kann ja noch werden.
Der erste Tag beginnt vielversprechend! Mit Snoop aus der Tür und nach ca. 50m am Atlantik stehen- Strand ohne Ende! Ist das schön!
Snoop kann sein Glück auch nicht fassen und springt rechts und links und hin und her und ist schier aus dem Häuschen. Das er Sand liebt wußte ich schon aus Köln (Rheinstrand), nur das Wasser schmeckt ihm eindeutig nicht und auch herrscht ein totaler Stöckchen-Mangel. Da muss ich mir noch was einfallen lassen ;-)
Der Rest des Tages vergeht im Flug mit einziehen, besprechen, schreiben und am Nachmittag bekomme ich Besuch von meinen lieben Freunden Dora und Matthias, die mich gestern schon so herzlich empfangen und unterstützt haben. Wir machen einen entspannten Strandspaziergang und tauschen erste Erkenntnisse aus. Zwischendurch klingelt mein Telefon, denn auch Tochter und Freunde in Köln wollen wissen, ob alles ok ist. By the way - Handy und Internet funktionieren einwandfrei - selbst hier im „Paradies“ und deutlich besser, wie in manchen Gegenden Deutschlands.
Am Abend fahren alle Tagestouristen, meine Freunde und mein Vermieter wieder auf’s Festland und ich bin zum ersten Mal alleine.
Weit gefehlt - zurück am Haus begegne ich dem jungen Paar mit Baby und Schwiegermutter, die das Studio über das WE gemietet haben. Wir hatten uns begrüßt, aber dann ging jeder seiner Wege. Jetzt wird, wie übrigens andauernd auf der Insel, Snoop gehörig bewundert und gestreichelt und ich werde zum Essen eingeladen. Es wird ein lustiger Abend - alle sprechen recht gut englisch doch im Lauf des Abends gehen wir auf portugiesisch über. Das heißt, ich verstehe besonders Maria (die Schwiegermutter/Mutter) sehr gut und versuche mein italienisch-spanisch recht portugiesisch auszusprechen. Geht! Später wird es empfindlich kalt und wir gehen noch auf einen Kaffee ins Restaurant um die Ecke. Dort kommen weitere Bekannte des jungen Paares dazu, ein Geburtstag wird gefeiert und als ich gegen Mitternacht „nach Hause“ gehe, geht es dort noch fröhlich weiter.
Heute, Samstag, wollte ich zum Markt nach Olhao - mit der Fähre versteht sich. 7:40 Uhr werde ich wach und habe die erste Fahrt verpasst. Ok, 12:45 geht ja die Nächste. Die habe ich dann auch verpasst, weil es mit Snoop Spaziergang - heute auf dem Pier - Kaffee trinken, aufräumen, Fenster putzen und diversen Nachbarn erläutern, dass Vitor auf dem Festland ist und nicht zu Hause, ganz plötzlich 12:35 Uhr sind und ich überhaupt noch nicht landfein. Das wird also heute nichts mehr! Gehe ich also in den Minimarkt und hole mir 2 Tomaten und drei Orangen. Verhungern werde ich sicher nicht ;-)
Ein Kaffee mit den netten Gästen, den Blog schreiben - schon sind es 17 Uhr und ich geh’ jetzt mal raus in die Sonne! Xau!
Letzte Etappe nach Olhao – Algarve (Südportugal)
Das Ende zuerst: Ich bin gut
angekommen! Ich wurde herzlich empfangen!
Das Wetter ist ein Traum, sonnig –
nicht heiß, eine laue Brise.....
Der Start in Salamanca war
ausgesprochen kühl.
Ohne Heizung in der Wohnung, bei 13° Außentemperatur, ist man
immer leicht durchgefroren.
Nach gestern dachte ich, ich hätte das
spektakulärste an Weitblick schon genossen – doch weit gefehlt.
Die Strecke von Salamanca bis Caceres ist atemberaubend! Allerdings
war es auch außergewöhnlich klar – jetzt verstehe ich die
Redewendung - soweit das Auge reicht!
Unbeschreiblich und definitiv nicht zu
fotografieren. Überhaupt - die Landschaft der Extremadura - so stelle
ich mir wirklich Gottes Garten Eden vor.
Luftige Korkeichenwälder, dazwischen
grasen schwarze Stiere, in den Senken der Hügellandschaft
Wasserlöcher mit Schafen und Vögeln. Dazwischen immer wieder
unendliche Weitblicke bis hin zu den noch schneebedeckten Bergen.
Rechts und links der Autobahn hohe
Drahtmasten nur zu dem Zweck Storchennester zu tragen und sie sind fast alle bewohnt. Im Anschluss geht es zunehmend in hügeliges Grasland
über.
Ich beschließe die Autobahn in Zafra
zu verlassen und über die N435 direkt nach Huelva zu fahren und
damit Sevilla links liegen zu lassen. Das spart ein paar Kilometer
und wie ich mir vorstelle, auch Zeit! Das war allerdings ein Irrtum!
Die gesamte Strecke ist eine
kurvenreiche, landschaftlich außergewöhnlich
eindrucksvolle Angelegenheit. Es geht rauf und runter, durch
Eukalyptuswälder, Pinien, Zypressen, ein gelber Fluss durchzieht die
Landschaft – später sehe ich ihn in rot und orange. Greifvögel
ziehen ihre Kreise und andere, nie gesehene Perlhuhnartige sitzen im
Gras. Ich mache einen kurzen Spaziergang mit Snoop. Das ist
allerdings ein Problem – man kann die Landschaft zwar sehen, aber
es ist fast unmöglich von der Strasse auf eine Wiese oder in ein
Waldstück zu gehen, da alles eingezäunt und somit in Privatbesitz
ist.
Kurz vor Ende der Strecke muss ich in
einem kleinen Ort mit großer hypermoderne Tankstelle den Smart
befüllen. Der sehr nette Tankwart kommt, sieht Snoop und verlangt
geradezu, dass ich ihn aus dem Auto hole und frei laufen lasse. Auf
meinen Einwand, das könne doch andere Kunden stören, winkt er ab
und meint die können warten und Rücksicht nehmen. Dann ruft er
seine Familie, die den „muy lindo, muy bonito“ Cocker
bewundern kommen.
Kurz vor Huelva wird es endlich mal
richtig warm im Auto und ich nähere mich deutlich meinem Ziel. Nochmal kurz auf die Autobahn – über eine Brücke: ich sehe zum
ersten Mal das Meer!
Ich bin in Portugal angekommen! Yeah!
Eine wunderschöne, wenig anstrengende und sehr schöne, gute Fahrt!
Eine wunderschöne, wenig anstrengende und sehr schöne, gute Fahrt!
Ab Ayamonte, dem ersten Ort hinter der
Grenze, geht es zuerst auf sehr kleinen, schon afrikanisch anmutenden
Strassen weiter. Das Strassenbild ist gravierend anders als in
Spanien. Dort mutet es selbst in den kleinsten Orten schon sehr
„deutsch“ an, hier sieht es deutlich „ärmlicher“ aus.
Einige Kilometer weiter ändert sich
auch das und die ersten Bentleys kommen vom Golfplatz gerollt.
Hinterm Steuer englische „Rothäute“ - die Sonne hier ist sicher
nichts für hellhäutige Menschen. Das heißt für mich, lange Ärmel,
Sonnenhut, Sonnenschutz und between 11 and 3 rest under a tree. Why
not!
Olhao begrüßt mich mit Werbeschildern
für Lidl und einer Aldi-Filiale am Ortseingang, aber das hatten mir Bekannte schon
erzählt. Da muss ich ja nicht einkaufen – ich denke, ich werde mich
lieber in der Markthalle eindecken oder zum Pingo doce gehen.
So, jetzt Olhao durchfahren – sieht
definitiv sehr nett und portugiesisch aus und schon stehe ich auf der recht breiten
Uferstrasse. Ich fahre nach rechts, sehe den – wie ich meine
richtigen, kostenlosen Parkplatz – und bin da. Aussteigen, Snoop
rauslassen und ich gestehe – im gleichen Moment denken „was zum
Teufel hat mich geritten, dass ich jetzt hier mutterseelenallein 2416
km von zu Hause stehe“ war eins.
Doch siehe da, es klingelt das Telefon
und die nette Dora (Bekannte aus dem Internet) meldet sich, fragt wo
ich stecke und will sowieso kommen um mir zu helfen. Ich bin so gut
beschützt und finde es einfach toll, das Menschen die ich nicht
kenne, mir so offen entgegen kommen.
Es stellt sich schnell heraus, das ich
am „falschen“ Ende von Olhao bin. Also zurück nach Osten – da
sieht es schon ganz anders aus.
Eine kleine Tankstelle, ein
freundlicher Kiosk, der Fähranleger und Motorboot-Hafen, die
Markthalle und der freie Parkplatz hier sind gewachsen und
eingebettet in „normales“ Leben und Infrastruktur.
Am falschen Ende war nur ein super
neuer Mega-Komplex und einsame, überdimensionierte Strandpromenade –
kein Wunder das ich mich da fremd gefühlt habe. Nicht meine Welt!
Dora kommt mit ihrem Mann und die
beiden sind so nett, mir mit Snoop, Gepäck ausladen und erstmal
ankommen, beizustehen. Mein Vermieter meldet sich und hat Probleme mit
seinem Boot – zur Not muss ich alles auf die Fähre schleppen –
aber so langsam überkommt mich portugiesische Gelassenheit und ich
denke mir, irgendwas wird schon irgendwie gehen. Noch schnell in den
nahe gelegenen Supermarkt Hundefutter kaufen, ebenfalls mit Doras
Hilfe, da stellt sich heraus Vitor ist unterwegs.
Er kommt mit einem ziemlich schnittigen
Motorboot und findet keinen Anlegeplatz im Hafen.
Egal wird eben in dritter Reihe
„geparkt“. Das Abenteuer mein Gepäck, nicht unmöglich viel,
aber doch Einiges, plus Snoop über drei schwankende Motorboote zu
balancieren hätte ich wirklich gerne gefilmt – es klappt irgendwie.
Die Überfahrt ist länger, wie die
Entfernung vermuten lässt. Da es hier ziemlich stark Ebbe und Flut
gibt, müssen wir den Fahrrinnen folgen und das geht ein wenig im
Zick-Zack Kurs.
So, das ist der Fähranleger von Farol,
da ist „MEIN“ Leuchtturm – aber wo zum Teufel wollen wir
anlegen?
Vitor nimmt Kurs auf den Fähranleger,
der jetzt bei Ebbe ziemlich hoch aus dem Wasser schaut – ca. 1,50
senkrechte, rostige Wand, sollen also jetzt mein Gepäck, Snoop und ich
hochfliegen????
Glaubt es oder nicht – ich bin da
hochgekrabbelt (keine Ahnung wie), dann hat Vitor Gepäck, Einkäufe
und Snoop zu mir hochgehievt und jetzt steh' ich da und der erste
Eindruck ist:
STILLE!
Der lustige Rest vom Abend und mein
erster Tag – folgt morgen oder so!
Das wird jetzt alles mal ein bissel
portugues – entschleunigt ;-)
Sonntag, 14. Juni 2015
Abonnieren
Posts (Atom)